Hi Leute,
Nächste Story....nur ohne die Henne! Ich habe Lust mehr von den Wochenenden und weniger von der Arbeit zu erzählen...Also wir haben wieder einen Ausflug gemacht...schon fast einen Abschiedsauslfug mit Freunden aus Ibagué. Diesmal gings ebenfalls zu Wasserfällen...von denen es hier ja jede Menge gibt...jedoch diesmal etwas weiter entfernt. Das heisst Samstag sind wir nachmittags um 4 per Bus aufgebrochen und um 7 in Mariquita nördlich von hier angekommen. Voller Hoffnung sind wir (im dunkeln) in einem sehr maroden Taxi vorm Dorf zu den Wasserfällen gefahren. Bepackt mit Zelt, Essen etc. sind wir 6 leider vor einer geschlossenen Pforte angelangt. Völlig im finsteren lag das Gelände rund um die Wasserfälle, sodass wir 6 qequetscht im Taxi umgedreht sind. An 2 weiteren Höfen haben wir angehalten und nach Unterkunft gefragt, nur dass uns aufgrund des grossen Misstrauens, besonders gegenüber den Campern keiner eine Nacht beherbergen wollte. Etwas entäuscht sind wir also im gleichen Taxi zurück ins Dorf gefahren und haben nach einigen telefonaten und 2 Stunden warten eine Absteige gefunden, wo wir im Innenhof unser Zelt auf dem Betonboden aufgeschlagen haben. Ich hatte glücklicherweise meine Hängematte dabei ;)
Die Unterkunft hatte jedoch zur Gute, dass wir abends tanzen gehen konnten und etwas vom Dorf sehen konnten.
Wenn man im Dorf untwerwegs ist, versteht man auch, warum meine kolumbianischen Freunde nicht in der Nähe der Wasserfälle Wildcampen wollten. Die Sicherheitslage gerade fern der grösseren Städte (auch wenn das Dorf nicht grade klein war) ist nach wie vor schwierig. Bei der Ankunft kamen uns zwei LKW mit Soldaten entgegen und auch die Polizeipräsenz ist sehr hoch. Wenn die Hubschrauber über den Bergen kreisen, kann man erahnen, dass es "Enfrentamientos" (Auseinandersetzungen) zwischen Militär und bewaffneten Gruppen gab, von denen in den Nachrichten nix zu hören/sehen ist.
Nach der kurzen Nacht sind wir gesternmorgen zu den Wasserfällen aufgebrochen und waren die ersten, die die Wasserfälle geniessen konnten. Das Wasser, durch Regenfälle in den Bergen leider etwas trüb war umso erfrischender und die Felsformationen gaben zahlreiche Sprungmöglichkeiten. Bis in den Nachmittag sind wir dort geblieben, haben gebadet, Karten gespielt und sind durch den Wald gelaufen. Abends völlig geplättet nach weiteren 2 Stunden Bus und Viertelstunde Ladeflächenfahrt (von den Wasserfällen zum Dorf) in Ibagué angekommen.
Vor 2 Wochen war ich ein das lezte Mal in Medellín. Anlässlich des 20.Juli, der hier Nationalfeiertag ist hat es nicht nur zahlreiche "Enfrentamientos" (s.o) gegeben, sondern das Red in Medellín hat ein Konzert, als Zeichen der Abneigung gegen den Militarismus und den Krieg in Kolumbien veranstaltet. Dieses traditionelle Konzert mit Punk, Hip Hop und Reggea-Musik fand in einem Park in Medellín statt. Und obwohl es von nicht gerne gesehen wird und ungenehmigt ist, gab es keine Probleme oder Auseinandersetzungen, sondern nur Leute, die gefeiert haben. Die Polizei hat Fotos vom Dach eines benachbarten Hauses gemacht, aber weiter ist nix passiert.
Für mich waren weniger die Musik (viel Punk) sondern vor allem die Leute interessant, die ich teilweise lange nicht mehr gesehen hatte (Theatergruppe) oder neu kennengelernt habe. Denn zu solchen grossen Events läd das Red immer viele Leute von anderen Organisationen, aus anderen Städten ein, die dann (wie ich)bei Leuten vom Red untergebracht werden.
Also schaut euch die Fotos an, und wenn ihr mehr über die Arbeit wissen wollt guckt hier rein: rincon-de-paz.blogspot.com
Lukas
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1 Kommentar:
Hey Lukas,
klingt ja super, was du da machst! Ich heiße Sevim und werde im September für ein paar Monate nach Bogota gehen. Suche momentan nach einem Thema für meine Diplomarbeit, die ich mit dem Aufenthalt verbinden möchte. Habe überlegt über die sozialen Einrichtungen für Kinder zu schreiben (Theorie + Erfahrungsberichte).
Nun zu meiner Frage: Wäre es vielleicht möglich, dass du mir euren Fragebogen mal zuschickst, damit ich sehe, wie ihr so vorgegangen seid. Das wäre super.
Vielen Dank,
Sevim Kaya
E-Mail: sunnysev@gmx.de
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